Betäubungsmethoden in der Fischzucht

Betäubungsmethoden in der Fischzucht

Um hochwertigen Fisch als gesundes Lebensmittel in entsprechender Qualität bereitstellen zu können, ist es neben der kontrollierten Aufzucht wichtig, auch während des Schlachtvorgangs Stress und Schmerzen für die Tiere zu vermeiden. Daher sollten alle Arbeitsschritte rund um die Verarbeitung wie Abfischen, Sortieren, Transportieren, Betäuben und Zerlegen möglichst schonend erfolgen.

 

Wo ist die Verarbeitung von Fischen geregelt?

Das Schlachten von Fischen ist grundsätzlich im Tierschutzgesetz geregelt. Dort sind folgende Passagen zu lesen:

  • 1 TierSchG

  „Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“

  • 4 TierSchG

„Ein Wirbeltier darf nur unter wirksamer Schmerzausschaltung (Betäubung) in einem Zustand der Wahrnehmungs- und Empfindungslosigkeit oder sonst, soweit nach den gegebenen Umständen zumutbar, nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden.“

Das unnötige Töten von Tieren ist demnach gesetzlich verboten. Hiervon ist die Erzeugung von Nahrungsmitteln jedoch ausgenommen.

 

Welche Betäubungsmethoden gibt es?

Allgemeingültige Richtlinien für die Betäubung und Schlachtung, die für jeden Betrieb verbindlich sind, gibt es keine. Vielmehr ist die Zulassung als Schlachtbetrieb immer individuell mit dem zuständigen Veterinäramt oder Landesamt für Verbraucherschutz abzustimmen und von vielen betrieblichen Faktoren (z.B. Fischart, räumliche Gegebenheiten) abhängig. Die Ausgestaltung basiert jedoch auf dem § 12 der Tierschutz-Schlachtverordnung. Demnach muss ein Fisch vor dem Töten betäubt werden. Dabei sind mehrere Verfahren zur Betäubung zugelassen:

 1. Elektrobetäubung
Die Elektrobetäubung wird in einem Wasserbad durchgeführt und beschreibt die Durchströmung des Gehirns mit elektrischem Strom. Dabei wird die Wahrnehmung gestört. Der Betäubungszustand ist abhängig von der Dauer der Durchströmung und der Stromstärke sowie der Leitfähigkeit des Wassers. Allgemein gilt die Elektrobetäubung unter Einhaltung aller Vorgaben als tierschutzgerechtes Verfahren zur Fischbetäubung.

2. Stumpfer Schlag auf den Kopf in Kombination mit einem Kiemenrundschnitt
Die Fischbetäubung mittels Kopfschlag beschreibt die Herbeiführung einer Wahrnehmungslosigkeit durch Ausführung eines stumpfen Schlages auf den Kopf des Fisches an der Stelle des Gehirns. Zu gezielten und wirkungsvollen Ausführung dieser Betäubungsmethode sind anatomische Kenntnisse der jeweiligen Fischart wichtig, um Verletzungen des Tieres zu vereiden. Zudem erfordert die Betäubung mittels Kopfschlag das unmittelbar anschließende Entbluten des Fisches durch Kiemenschnitt oder Ausweidung. Das Verfahren ist ebenfalls als tierschutzgerechtes Verfahren zugelassen.

Neben diesen zwei Verfahren gibt es prinzipiell noch die Möglichkeiten der Kohlendioxidexposition bei Salmoniden und die Verabreichung von betäubenden Stoffen (z.B. Ammoniak), diese Verfahren sind jedoch aus fachlicher Sicht nicht als tierschutzkonform zu betrachten.

 

Welche Betäubungsart ist die gängige Praxis?

In der Fangfischerei wird aus praktischen und ökonomischen Gründen nur in den absoluten Ausnahmefällen eine Betäubung durchgeführt, und ein Großteil der Fische wird entweder ohne Betäubung getötet oder, und dies ist wohl mit Abstand der häufigste Fall, stirbt relativ langsam und unter Stress.

Für die Aquakultur ist dagegen eine Betäubung und Tötung, die dem Tierschutzgesetzt entspricht, einfacher umzusetzen und in kommerziellen Betrieben in Europa sowohl vorgeschrieben als auch gängige Praxis. Mit Abstand am verbreiteten sind die Elektrobetäubung und die Betäubung mit einem stumpfen Schlag auf den Kopf. Ein Vorteil der Elektrobetäubung ist, dass sie einfach ist und sich gut standardisieren lässt. Die Fische kommen hierbei in einem mit Wasser gefüllten, stromleitenden Behälter, dieser wird gezielt mit einem Stromschlag versetzt und anschließend sind die Fische betäubt. Die Methode lässt sich in einem kommerziellen Maßstab und auch mit kleineren Fischen durchführen. Der Vorteil der Betäubung mit Kopfschlag ist, dass man für Ihre Durchführung nicht auf Strom angewiesen ist und dass sie bei richtiger Durchführung zu einem sehr langanhaltenden Betäubungseffekt führt.

 

Neben diesen zwei Verfahren gibt es prinzipiell noch die Möglichkeiten der Kohlendioxidexposition bei Salmoniden und die Verabreichung von betäubenden Stoffen (z.B. Ammoniak), diese Verfahren sind jedoch aus fachlicher Sicht nicht als tierschutzkonform zu betrachten.

 

Wie wird der SEAWATER Fish betäubt?

Für unseren Fisch verwenden wir nach dem Abfischen die Elektro-Betäubung in einem speziell dafür vorgesehenen Behälter. Die wahrnehmungslosen Tiere geben wir anschließend in eine Wanne mit Eiswasser, wo ihr Stoffwechsel nach einigen Minuten zum Erliegen kommt.

Wir sehen eine große Verantwortung bei Nutztierhaltern, dafür zu sorgen, dass während Produktion und Verarbeitung ein konsequentes Stressmanagement erfolgt und dass Prozesse kontinuierlich in Richtung Tierwohl optimiert werden. Die Kreislauftechnik in unserem SEAWATER Cube ist hierauf ausgelegt. Zudem haben wir in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Landesamt für Verbraucherschutz ein artspezifisches und auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhendes Schlachtkonzept ausgearbeitet. Dieses soll sicherstellen, dass unsere Fische von Anfang bis Ende der Haltung so wenig Stress wie möglich ausgesetzt sind. Unsere Kunden können dies letztlich an der Fleischqualität und dem Geschmack des Fisches überprüfen, denn das Fleisch schmeckt besser, wenn die Fische of stressfreie Art behandelt worden sind.

REFERENZEN:

– Verordnung zum Schutz von Tieren im Zusammenhang mit der Schlachtung oder Tötung und zur Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 1099/2009 des Rates (Tierschutz-Schlachtverordnung – TierSchlV)

– Tierschutzgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 18. Mai 2006 (BGBl. I S. 1206, 1313), das zuletzt durch Artikel 101 des Gesetzes vom 20. November 2019 (BGBl. I S. 1626) geändert worden ist

– Verordnung (EG) Nr. 1099/2009 des Rates vom 24. September 2009 über den Schutz von Tieren zum Zeitpunkt der Tötung 

-DLG-Merkblatt 401 – Tierwohl in der Aquakultur https://www.praxis-agrar.de/tier/fische/betaeubung-und-schlachtung/, abgerufen am 15.09.20

 – Empfehlungen zur Betäubung und Schlachtung von Regenbogenforellen, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover Institut für Parasitologie, Abteilung Fischkrankheiten und Fischhaltung

– https://www.aac-europe.org/images/Slaughter_report__AAC_report.pdf, abgerufen am 15.09.20

 – Huntingford, F. A., et al. (2006). “Current issues in fish welfare.” Journal of Fish Biology 68: 332-372.

– Huntingford, F. A. and S. Kadri (2009). “Taking account of fish welfare: lessons from aquaculture.” Journal of Fish Biology 75(10): 2862-2867.

 – https://www.welt.de/wissenschaft/article149911447/Fische-die-nicht-leiden-mussten-schmecken-besser.html, angerufen am 15.09.20

–  https://www.laves.niedersachsen.de/startseite/tiere/tierschutz/tierhaltung/fische/betaeubung-und-schlachtung-oder-toetung-von-fischen-und-krebstieren-167148.html, abgerufen am 15.09.20

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